Winkel, Sachsen und Juten | GeschichteExtra

Die Antwort hier ist noch heiß umstritten. Es war der Ehrwürdige Bede (der 735 starb), der 250 Jahre nach den von ihm beschriebenen Ereignissen schrieb und als erster behauptete, dass das römische Britannien einer Invasion durch Angeln, Sachsen und Juten von den Nordseeküsten Deutschlands und Dänemarks zum Opfer fiel.

Viktorianische Schriftsteller hielten es für durchaus akzeptabel, physische oder „rassische“ Unterschiede zwischen den noch in Kent lebenden „jütischen“ Abstammungen und den sächsischen oder angelsächsischen Bauern im Westen und Norden festzustellen. Noch heute behaupten einige moderne Autoritäten, Bedes dreigliedriges Schema anhand archäologischer Beweise zu bestätigen, insbesondere der geringfügigen Unterschiede in den Arten von Broschen und Urnen, die in frühen angelsächsischen Grabstätten gefunden wurden.

Andere argumentieren, dass Bede einer weitaus chaotischeren ethnografischen Realität eine fiktive Ordnung auferlegte. Die seltsamen Rechtsbräuche des mittelalterlichen Kent könnten zum Beispiel auf jütischen Einfluss hindeuten. Sie könnten genauso gut römische Überreste sein oder auf den Einfluss Nordfrankreichs hindeuten.

Wie die „Stämme“ der nordamerikanischen „Indianer“ waren auch die germanischen Völker „rassisch“ nicht homogen. Status und Erfolg im Krieg waren weitaus wichtiger als die Rasse, wobei die Angles anscheinend den höchsten Status von allen hatten. In den 590er Jahren wurde der angeblich jütische König Æthelbert von Kent vom Papst als „König der Engel“ angesprochen. Aber für dieses „mit den Angeln Schritt halten“ ist England heute vielleicht nicht mehr als England, sondern als Saxland oder Jütland bekannt.

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Beantwortet von: Nick Vincent, Geschichtsprofessor an der University of East Anglia

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