Über 1 Milliarde Menschen glauben an Hexerei – besonders an Orten mit schwachen Institutionen


Viele Menschen auf der ganzen Welt haben irrationale Überzeugungen. Einige sind religiös, andere abergläubisch und einige sind nur Dinge, die wir uns selbst sagen oder an denen wir uns ohne besonderen Grund festhalten. Eine neue Studie analysierte einen solchen irrationalen Glauben (Glaube an Hexerei) und stellte fest, dass in einigen Ländern eine große Anzahl von Teilnehmern an Hexerei glaubt. Zum Beispiel teilen über die Hälfte der Menschen in Russland und 90 % in Tunesien diese Überzeugungen.

Bildnachweis: Biene Felten-Leidel.

Das böse Auge

Hexerei kommt in Mythen und Kulturen in vielen Formen vor, wird aber typischerweise als die Fähigkeit definiert, Menschen durch übernatürliche Mittel Schaden zuzufügen. Hexen können Menschen mit Zaubersprüchen und Flüchen belegen und dafür sorgen, dass ihnen schlimme Dinge widerfahren, und sie verwenden im Allgemeinen „schwarze“ Magie.

Der Glaube an Hexerei ist seit Jahrhunderten dokumentiert und taucht immer noch in der Neuzeit auf, aber bemerkenswerterweise gibt es nur wenige Studien über die Verbreitung solcher Überzeugungen – hauptsächlich aufgrund des Mangels an Daten zu diesem Thema. Um dies anzugehen, hat Boris Gershman von der American University in Washington den größten verfügbaren Datensatz von Umfragen über Hexerei zusammengestellt, an dem 140.000 Menschen aus 95 Ländern und Territorien teilnehmen.

Der Datensatz ist für eine globale Studie immer noch sehr klein, aber es sind die besten verfügbaren Informationen. Die Daten wurden zwischen 2008 und 2017 im Rahmen von Forschungsarbeiten des Pew Research Center und anderer professioneller Umfrageorganisationen gesammelt, die Fragen zur Religion und zum Glauben an übernatürliche Elemente beinhalteten.

Die Studie ergab, dass über 40 % der befragten Personen angaben, dass sie glauben, dass „bestimmte Menschen Flüche oder Zauber wirken können, die dazu führen, dass jemandem Schlimmes widerfährt“. Dies bedeutet, dass mindestens 1 Milliarde den Glauben an Hexerei teilen, aber da viele Länder nicht in die Studie einbezogen wurden, könnte die tatsächliche Zahl um ein Vielfaches höher sein. Beispielsweise fehlten Daten zu China und Indien, die zusammen über ein Drittel der Weltbevölkerung ausmachen.

Eine landesweite Prävalenz von Hexereiglauben auf der ganzen Welt. Bildnachweis: Boris Gershman, 2022, PLOS ONE.

Die Prävalenz variierte stark, von über 90 % in einigen Teilen Afrikas bis zu 9 % in Schweden. Insgesamt lag die Prävalenz in den untersuchten Ländern im Durchschnitt bei 43 %.

Aus diesem Datensatz untersuchte Gershman dann Faktoren, die mit dem Glauben an Hexerei in Verbindung gebracht werden könnten. Er fand heraus, dass Menschen mit höherer Bildung und wirtschaftlicher Sicherheit im Durchschnitt weniger an Hexerei glauben. Es gab auch kulturelle und soziale Faktoren, die mit Hexerei korrelierten. Zum Beispiel wurden konformistische Kulturen mit schwachen Institutionen und geringem sozialem Vertrauen auch mit einem höheren Glauben an Hexerei in Verbindung gebracht.

Die Autoren sagen, dass diese Überzeugungen bei der Politikgestaltung und anderen sozialen Initiativen berücksichtigt werden sollten.

„Die Studie dokumentiert, dass der Glaube an Hexerei weltweit immer noch weit verbreitet ist. Darüber hinaus hängt ihre Prävalenz systematisch mit einer Reihe kultureller, institutioneller, psychologischer und sozioökonomischer Merkmale zusammen“, schließt die Studie.

Zeitschriftenreferenz: Gershman B (2022) Witchcraft beliefs around the world: An explorative analysis. PLoS ONE 17(11): e0276872. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0276872

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