Mildes Covid-19 verbunden mit erhöhter Entzündung in Zellen Monate später: Studie


Ein SARS-CoV-2-Antigentest.

Ein SARS-CoV-2-Antigentest.
Foto: Jakub Porzycki/NurPhoto (Getty Images)

In neuen Forschungsergebnissen vom Montag sagen Wissenschaftler, dass sie Beweise dafür gefunden haben, dass unser Immunsystem selbst nach einem leichten Fall von Covid-19 anfälliger für Entzündungen und andere Stoffwechselveränderungen zu sein scheint. Es bedarf jedoch weiterer Forschung, um zu verstehen, wie diese Veränderungen mit Post-Covid-Symptomen in Verbindung gebracht werden könnten.

Forscher sammeln weiterhin Hinweise auf die Art der Infektion durch das SARS-CoV-2-Coronavirus und wie es uns Monate nach dem Abklingen der ursprünglichen Krankheit beeinträchtigen kann. Entzündungen sind ein Schlüsselaspekt dafür, wie unser Körper auf Infektionen durch Keime wie das Coronavirus reagiert. In einigen Fällen von Covid-19 wird die Immunantwort jedoch zu einem zweischneidigen Schwert und verursacht selbst zugefügte Schäden im ganzen Körper. Überlebende von schwerem Covid-19, insbesondere oft erleben eine Vielzahl von anhaltenden Symptomen, von denen einige in Verbindung gebracht wurden andauernde Immunschwäche. Aber während das Risiko von Langzeitsymptomen, allgemein bekannt als Long Covid, bei schweren Fällen am höchsten sein kann, haben Studien ergeben, dass einige Menschen mit anfänglich leichter Krankheit ähnliche Probleme haben können.

Diese neue Studie, veröffentlicht versucht in der Zeitschrift Mucosal Immunology, die Immunveränderungen zu beleuchten, die in milderen Covid-19-Fällen auftreten könnten. Es wurde von Wissenschaftlern des Karolinska-Instituts in Schweden sowie des Helmholtz-Zentrums München und der Technischen Universität München in Deutschland durchgeführt. Sie sammelten Blutproben von 68 Personen, bei denen zuvor ein leichtes Covid diagnostiziert worden war, und verglichen sie mit Personen ohne Covid; die Proben wurden drei bis fünf Monate nach der Infektion sowie ein Jahr später entnommen.

Die Wissenschaftler konzentrierten sich speziell auf die Makrophagen des Menschen, wichtige weiße Blutkörperchen, die fremde Eindringlinge erkennen, andere Immunzellen auf die Infektion aufmerksam machen und sogar ganze Keime verschlucken. Sie trieben diese Makrophagen zum Handeln an, indem sie sie Scheinsignalen einer Infektion aussetzten, und nahmen dann Messungen vor, wie sie reagierten, einschließlich des Sehens, welche Gene aktiv eingeschaltet wurden.

Nach drei bis fünf Monaten verhielten sich die Makrophagen von Personen mit leichtem Covid im Durchschnitt deutlich anders als diejenigen, die dem Coronavirus noch nie ausgesetzt waren, stellten die Forscher fest. Insbesondere setzten sie größere Mengen von Molekülen frei, von denen bekannt ist, dass sie an der Entstehung von Entzündungen beteiligt sind.

„Wir können zeigen, dass die Makrophagen von Menschen mit mildem Covid-19 drei bis fünf Monate nach der Infektion eine veränderte Entzündungs- und Stoffwechselexpression aufweisen“, sagte Studienautor Craig Wheelock, Dozent an Karolinskas Abteilung für Medizinische Biochemie und Biophysik, in a Aussage. „Obwohl die Mehrheit dieser Menschen keine anhaltenden Symptome hatte, war ihr Immunsystem empfindlicher als das ihrer gesunden Kollegen.“

Die Studie hat einige Vorbehalte. Zum einen basiert es auf einer relativ kleinen Stichprobengröße, obwohl die Hinzufügung einer Kontrollgruppe mehr Glaubwürdigkeit verleiht. Es ist auch nicht klar, wie relevant diese Ergebnisse für unser Verständnis von Long Covid sind, da diese Patienten nicht explizit untersucht wurden. Die Autoren stellen fest, dass etwa 16 % der Personen in ihrer milden Covid-Gruppe nach drei bis fünf Monaten anhaltende Symptome berichteten, die ein Jahr später auf null Personen zurückgegangen waren. Interessanterweise schienen die entzündlichen Veränderungen, die in den Makrophagen dieser Menschen beobachtet wurden, auch 12 Monate später abzuklingen.

Vielleicht noch wichtiger ist, dass lange Covid ist vermutlich durch einen oder mehrere von mehreren verschiedenen Mechanismen verursacht werden, so dass selbst die Bestätigung eines Zusammenhangs zwischen einer postcoviden Entzündung und den anhaltenden Symptomen der Menschen immer noch nicht jeden einzelnen Fall erklären kann. Im Idealfall kann uns diese Art von Forschung eines Tages jedoch auf bessere Behandlungen für zumindest einige Patienten hinweisen. Das Team hofft seinerseits, tiefer zu graben und noch mehr Personengruppen zum Vergleich einzubeziehen.

„Wir würden gerne eine entsprechende Studie durchführen, in die wir sowohl Menschen mit schwerem Covid-19 als auch Menschen ohne Covid-19 einbeziehen, die aber an einer anderen Art von Atemwegserkrankung wie Influenza leiden“, sagt Co-Autorin Julia Esser-von Bieren. Forschungsgruppenleiter am Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München. „Wir werden dann untersuchen, ob das, was Covid-19-Patienten zufügt, auch diejenigen mit beispielsweise saisonaler Influenza zufügt.“

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