Athena entfesselt die Hölle – Streamnews


Nach dem dezenten „Our day will come“ fiel Romain Gavras mit dem skurrilen „The world is yours“ auf. Vier Jahre später kehrt der Sohn des berühmten Regisseurs mit „Athena“ zurück, einem Familiendrama in einer fiktiven Stadt am Rande des Chaos. Für seinen dritten Spielfilm hat sich Romain Gavras entschieden, die hochaktuellen Themen Polizeigewalt, Rassismus und Ungleichheit in den Vorstädten aufzugreifen.

Für das Drehbuch hat sich der junge Cador des französischen Kinos mit Ladj Ly zusammengetan, dem wir den exzellenten „Les Miserables“ verdanken. Auch wenn nichts gewonnen wurde, war der Film dennoch Teil der offiziellen Auswahl der Filmfestspiele von Venedig.

Die Geschichte :

Nach dem Tod seines jüngsten Bruders, der nach einem mutmaßlichen Polizeieinsatz starb, von der Front zurückgerufen, findet Abdel seine Familie zerrissen vor. Zwischen dem Rachegelüste seines kleinen Bruders Karim und dem in Gefahr geratenen Geschäft seines großen Bruders Dealer Moktar versucht er, die Spannungen zu beruhigen. Minute für Minute verwandelt sich die Athena-Stadt in eine befestigte Burg, Schauplatz einer bevorstehenden Familien- und Kollektivtragödie. Als alle glauben, die Wahrheit gefunden zu haben, gerät die Stadt ins Chaos…

Schon wieder ein Film über die Vorstadt?

Gar nicht ! Auch wenn wir einige Ähnlichkeiten mit „Hate“ sehen, hat sich Romain Gavras seinen Film als griechische Tragödie im wahrsten Sinne des Wortes vorgestellt. Er entscheidet sich dafür, seine Spuren zu verwischen und sich von Stereotypen zu lösen.
„Wir wollten auf zeitlose Weise zeigen, dass die Spannungen, die wir jetzt erleben, die Spannungen sind, die wir seit dem antiken Griechenland oder sogar der Vorgeschichte erlebt haben … Es ist immer das Gleiche, unterschiedliche Interessen, die zu Krieg und Konflikt führen. Und vor Ort sind es die Menschen mit intimen Schmerzen, die an vorderster Front stehen werden“, erklärte er während der Pressekonferenz des venezianischen Festivals.

Was die Kritiker sagen

Auf den Filmfestspielen von Venedig präsentiert, erhielt „Athena“ einen dithyrambischen Empfang (5 Minuten Standing Ovations nach der Vorführung). Die Fachpresse spricht vor allem für die Eröffnungsszene und den Schluss von einer echten „Ohrfeige“. Basierend auf dieser elektrisierenden Energie der ersten Minuten verliert der Film nie an Intensität. Es reißt Sie in seiner Entfesselung von Gewalt mit und führt Sie zu einem ergreifenden Porträt unserer heutigen Gesellschaft.
Die einen kritisieren, er habe Substanz zugunsten der Form geopfert, die anderen sehen in ihm den würdigen Repräsentanten Frankreichs bei den Oscars.
Athena ist spektakulär, immersiv und doch so realistisch. Es ist eine große Familientragödie mit theatralischen Dimensionen.

„Athena“ ab dem 23. September auf Netflix.

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